[quentin-tarantino.de]
Register Members New Posts Search Profile Mailbox TV Guide Games Shop Login

[Kurzreviews] Filme (Kino) #2
Aktive Mitglieder in diesem Thema: keine
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen Seite 12 von 38
Seite Zurück 1 2 3 ... 11 12 13 ... 36 37 38 Weiter
[quentin-tarantino.de] -> Review-Forum
Lesezeichen/Weitersagen
Autor Nachricht
Post Mortale
superfly tnt
superfly tnt
Benutzer-Profil anzeigen


Beiträge: 223
Registriert: 06.08.07
Beitrag#166  23.10.08 - 14:33   Titel:  Antworten mit Zitat

Zitat Streetfighter hat Folgendes geschrieben:
buubububububububububu Heulen

nun wird gaaaaaaanz doll geflennt bei mami im garten beim detektiv spielen...

maaaaaaaaaaaaaaaan....war doch nur ein spässchen^^ Ätsch


Yo. Aber Budd musste ja nachtreten, dass macht mich richtig traurig Heulen

Post Mortale ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  E-Mail senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Windows Messenger  Nach oben
EZR
moody
moody
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 4677
Registriert: 20.12.03
Wohnort: The black lodge
Beitrag#167  23.10.08 - 14:45   Titel:  Antworten mit Zitat

So nicht!

Jetzt wieder on-topic, ihr Klugscheißer. Kann solche Off-Topic-Sachen gar nicht ab.

"Buschneger seid's ihr alle!"


_________________
AH! Eine Lampe... Der Humpink!
EZR ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden    Nach oben
Post Mortale
superfly tnt
superfly tnt
Benutzer-Profil anzeigen


Beiträge: 223
Registriert: 06.08.07
Beitrag#168  23.10.08 - 15:42   Titel:  Antworten mit Zitat

Weiter gehts Mr. Green

Young@Heart - 10/10

1982 entstand aus einer wöchentlichen Gesangsgruppe des “Walter Salvo”-Altenheims in Northampton, Massachusetts unter Leitung von Bob Cilman der Rentner-Chor Young@Heart. Hier ging es nicht um perfekte Töne und Choreografien, sondern um Spaß und Freude an der Musik, mit der die über 70-Jährigen ihren Lebensabend versüßten. Gestartet mit einem Repertoire an Swing-/ und Jazzsongs, erweiterte sich das musikalische Spektrum der Gruppe im Verlaufe der Jahre mit Liedern von David Bowie, OutKast, Limp Bizkit oder James Brown. Das Konzept ging auf, die erfrischenden Neuinterpretationen bekannter Songs begeisterten das Publikum und zogen einen ernormen Medienrummel nach sich. 25 Jahre später, mit neuer Besetzung natürlich, begleitete der britische Filmemacher Stephen Walker Young@Heart für die gleichnamige Dokumentation bei den Proben zu ihrem neuen Programm “Alive And Well”. Herausgekommen ist ein feinfühliges, dichtes und durch den typischen britischen Humor aufgelockertes Porträt der Gruppe, das nicht nur auf allerhöchsten Niveau unterhält, sondern unserer dem Jugendwahn verfallenen Gesellschaft auch noch zeigt, dass man mit über 70 mehr kann als Bingo spielen und Rollator schieben.

Stephen Walker war während der siebenwöchigen Proben ganz dicht dran an der Gruppe, begleitete deren Mitglieder sogar ins Private und erschuf so einen realitätsechten Film, der ohne Skript auskommt und so von der Lebensfreude der rüstigen Rentner, von ihrer Spontanität, aber auch von ihren Sorgen und Leiden lebt. Chronologisch erzählt er den Ablauf des Einstudierens neuer Songs bis zum finalen Auftritt und würzt die Dokumentation mit Interviews und Musikclips. Seine dezenten Zwischenmoderationen sorgen dabei stets für eine ironische und humoristische Auflockerung und tragen zum positiven Gesamtbild bei. Den Zuschauern erwartet bei Young@Heart ein Wechselbad der Gefühle. Die 27 Chormitglieder sind einem von der ersten Sekunde an sympathisch, wenn sie zum Beispiel wie der 77-jährige Stan Goldman bei “I Feel Good” von James Brown ständig den Text vergessen oder wie der 87-jährige Lenny Fontaine als mobiles Taxi mit dem Kleinwagen die Straßen unsicher machen. Walker verzichtet bei der Darstellung der alten Menschen auf Kitsch und zeigte blühende und vor Lebensfreude strotzende Individuen, die sich trotz altersbedingter Wehwehchen mit ganzer Energie in das Projekt stürzen. Es ist aber auch klar, dass der Tod vor den Mitgliedern keinen Halt macht. So erfährt die Gruppe kurz vor einem Auftritt vor Strafgefangenen in einem Gefängnis vom Verscheiden des langjährigen Sängers Bob Salvini. Ihm zu Ehren stimmen sie den Song “Forever Young” an - der berührendste Moment im Film, bei dem nicht nur die Insassen, sondern auch die Zuschauer den Tränen freien Lauf lassen. Persönlich kann ich nur hinzufügen, dass ich so stark und intensiv wegen eines Films noch nie geweint habe. Young@Heart ist eine absolute Empfehlung von mir, einer der schönsten Kinomomente aller Zeiten, eine Dokumentation, die sich kein Filmfan entgehen lassen sollte!

Das Original gibts hier

Post Mortale ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  E-Mail senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Windows Messenger  Nach oben
timcky
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 467
Registriert: 27.11.06
Beitrag#169  30.10.08 - 01:45   Titel:  Antworten mit Zitat

New York für Anfänger (How to Lose Friends & Alienate People)



Ganz unterhaltsame Komödie mit Simon Pegg und Kirsten Dunst. Pegg spielt gewohnt komisch und souverän. Kirsten Dunst fand ich auch super in ihrer Rolle.
Für Filmfans besonders empfehlenswert, da sich die Protagonisten gelegentlich über Schauspieler, Regisseure und Filme unterhalten. Insgesamt kritisch gegenüber Hollywood, ihren Stars und Sternchen und dem ganzen Glamour drumherum.
Im großen und ganzen eine Durchschnittskomödie, mit einigen guten Lachern und einem voraussehbarem Ende.

Jeff Bridges Lieb

7,5/10 erreichten Räumen


_________________
Deutsche Stoner Rock Community
www.stoner-rock.de
timcky ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Nach oben
moep0r
dial m for moep0r
dial m for moep0r
Benutzer-Profil anzeigen

Alter: 22
Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 1545
Registriert: 03.06.07
Wohnort: Detmold
Beitrag#170  30.10.08 - 08:10   Titel:  Antworten mit Zitat

Ein vorhersehbares Ende kostet 2.5 Punkte? Oo

_________________
moep0r ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen    Nach oben
timcky
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 467
Registriert: 27.11.06
Beitrag#171  30.10.08 - 09:10   Titel:  Antworten mit Zitat

Ähm nein....durchschnitt bedeutet sicherlich nicht 10 Punkte. Wäre es DIE perfekte Komödie mit allem drumherum und ich hätte als einzigen Kritikpunkt das Ende, wären es in etwa 9/10. ...

_________________
Deutsche Stoner Rock Community
www.stoner-rock.de
timcky ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Nach oben
moep0r
dial m for moep0r
dial m for moep0r
Benutzer-Profil anzeigen

Alter: 22
Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 1545
Registriert: 03.06.07
Wohnort: Detmold
Beitrag#172  30.10.08 - 10:44   Titel:  Antworten mit Zitat

Naja weil du sonst halt nichts negatives geschrieben hast.

_________________
moep0r ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen    Nach oben
timcky
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 467
Registriert: 27.11.06
Beitrag#173  30.10.08 - 12:44   Titel:  Antworten mit Zitat

Zitat Zitat:
In diesem Zusammenhang steht auch die Entstehung des Adjektivs durchschnittlich, oft mit der leicht negativen Nebenbedeutung als "nur durchschnittlich".


Ich weiß aus wikipedia zitieren is arm Rollende Augen

Mfg tim

PS: Im Film fällt übrigens auch mal der Name Tarantino


_________________
Deutsche Stoner Rock Community
www.stoner-rock.de
timcky ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Nach oben
EZR
moody
moody
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 4677
Registriert: 20.12.03
Wohnort: The black lodge
Beitrag#174  30.10.08 - 18:58   Titel:  Antworten mit Zitat

Zitat Zitat:
PS: Im Film fällt übrigens auch mal der Name Tarantino



Hui, die sollten groß "QUENTIN TARANTINO" auf die Packung schreiben und klein darunter "wird erwähnt".
Macht man ja gerne mal so.


_________________
AH! Eine Lampe... Der Humpink!
EZR ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden    Nach oben
timcky
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 467
Registriert: 27.11.06
Beitrag#175  30.10.08 - 20:16   Titel:  Antworten mit Zitat

Mhm... wenn ich mich recht erinner hatte das ganze eher nen negativen Touch in diesem Fall.

_________________
Deutsche Stoner Rock Community
www.stoner-rock.de
timcky ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Nach oben
Quentin's Bimbo
moderator
moderator
Benutzer-Profil anzeigen


Beiträge: 2801
Registriert: 26.04.04
Wohnort: Quick-Stop
Beitrag#176  30.10.08 - 20:29   Titel:  Antworten mit Zitat

so wie die formulierung "durchschnittlich"

_________________
No time for love, Dr. Jones!
Quentin's Bimbo ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Nach oben
timcky
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 467
Registriert: 27.11.06
Beitrag#177  30.10.08 - 20:36   Titel:  Antworten mit Zitat

Gut aufgepasst...

_________________
Deutsche Stoner Rock Community
www.stoner-rock.de
timcky ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Nach oben
Post Mortale
superfly tnt
superfly tnt
Benutzer-Profil anzeigen


Beiträge: 223
Registriert: 06.08.07
Beitrag#178  08.11.08 - 20:29   Titel:  Antworten mit Zitat

The Chaser



The Chaser ist der südkoreanische Überraschungsfilm des Jahres. Inszeniert von Regieneuling Hong-jin Na, spielte der Thriller in seiner Heimat bisher mehr als 35 Millionen Dollar ein und liegt damit noch vor US-Blockbustern wie Kung Fu Panda, Iron Man & The Dark Knight. Dies machte natürlich auch Hollywood aufmerksam, dass stets auf der Suche nach asiatischem Material für eine eventuelle Remake-Verwurstung ist. So sicherte sich Leonardo DiCaprio die Rechte an dem Stoff und beauftragte den Drehbuchautoren William Monahan, der schon für Martin Scorsese den chinesischen Thriller Infernal Affairs adaptierte und dem Kultregisseur damit den ersten Oscar ermöglichte. Eines ist aber schon sicher: wie auch bei The Departed wird Monahan einige Szenen für den westlichen Markt entschärfen (müssen), denn das südkoreanische Original entpuppt sich als knallharter Streifen, der bis zum Schluss keine Kompromisse eingeht.

Der Ex-Cop Joong-ho (Yun-seok Kim) verdient mittlerweile seinen Unterhalt als Zuhälter. Die Geschäfte laufen nicht gut und so vermutet hinter dem plötzlichen Verschwinden einiger seiner Prostituierten einen Komplott. Um sein Business nicht ganz zum Erliegen zu bringen, muss Joong-ho die eigentlich als krank gemeldete Mi-jin (Yeong-hie Seo), seine letzte verbliebene Mitarbeiterin, zu einem neuen Kunden schicken. Während diese auf dem Weg zu dem Freier ist, bemerkt er einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden seiner Mädchen und dem neuen Kunden. Dessen Telefonnummer taucht in den Büchern immer an dem Tag auf, an dem eine Prostituierte nicht mehr auffindbar ist. Er vermutet, dass der Freier die Mädchen verkauft, warnt Mi-jin telefonisch und versucht, die Adresse herauszufinden. Auf seinem Weg rammt er zufällig den Wagen von Young-min (Jung-woo Ha), der sich als der Gesuchte entpuppt. Joong-ho bringt ihn auf die Polizeiwache, wo Young-min den Mord an 12 Frauen gesteht und Mi-jin als sein nächstes Opfer ankündigt. Den Tatort aber verrät er nicht und so beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dessen Verlauf der Killer aus Mangeln an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt wird…

Ein Grund für den großen Erfolg an den Kinokassen ist die Tatsache, dass The Chaser auf wahre Begebenheiten in Südkorea beruht. Von September 2003 bis Juli 2004 erschütterte dort ein Serienkiller die Nation. Young-chul Yoo ermordete in dieser Zeit insgesamt 21 Personen, die meisten davon Prostituierte und reiche Unternehmer. Er verstümmelte und verbrannte ihre Leichen und aß sogar die Lebern seiner Opfer. In die Kritik kam damals die südkoreanische Polizei, da sie wegen gravierender Fahndungsfehler den Täter nicht schnappen konnte. Erst eine Gruppe Zuhälter konnte auf eigene Faust den Killer stellen und an die Polizei übergeben. Im Juni 2005 wurde Young-chul Yoo wegen mehrfachen Mordes in Seoul zum Tode verurteilt. In einem Fernsehinterview bekräftigte er seine Taten und nannte als Motiv die Tatsache, dass “Frauen keine Nutten sein sollten und Reiche wissen müssten was sie tun”.

Regisseur Hong-jin Na arbeitete an dem Drehbuch mehrere Jahre und kam dabei auf 30 verschiedene Fassungen. Die Mühe gibt ihm Recht, denn das Resultat ist fantastisch. Sein Film beleuchtet vorrangig den Zuhälter Joong-ho und den Killer Young-min, baut beide Charaktere innerhalb der 125 Minuten behutsam auf und verschafft den Zuschauern so einen Zugang zu dem heiklen Thema. Hong-jin lässt sich aber auch Zeit, in die Nebenfiguren zu blicken und so ihre Taten, seien sie getrieben von Schmerz, Wut oder Angst greifbar zu machen. Neben der akribisch aufbereiteten Figurenkonstellation überzeugt aber auch der Aufbau der Geschichte, der von der ersten Sekunde an Spannung erzeugt und dem Publikum durch überraschende Twists bis zum Ende keine Atempause verschafft. Der Regisseur konzentriert sich dabei nicht nur auf die Polizeiarbeit, sondern präsentiert mit Verfolgungsjagden, detaillierten Morden, spannenden Katz-und-Maus-Spielen, aber auch ruhigeren und gefühlvollen Szenen ein vielseitiges Potpurri, das in seiner Mixtur zu überzeugen weiß.

Es ist schon erstaunlich, was der Regisseur mit seinem Debütfilm bei einem Minibudget von nur 4 Millionen Dollar abgeliefert hat. Nicht nur inhaltlich und narrativ befindet sich The Chaser auf einem ganz hohen Niveau, sondern auch technisch. Hong-jin erzeugt in seinem Film eine düstere Welt, eine Stadt ohne Hoffnung, eine Stadt mit verfallenen Werten, eine Stadt der Gauner und Gangster. Ähnlich wie David Fincher in Se7en setzt er dafür vorrangig Regen als Stilmittel ein. Sonne als Zeichen der Hoffnung gibt es lediglich in einer Szene, aber sonst beherrschen Niederschlag und Dunkelheit das Geschehen. In den Innenszenen, dem Polizeirevier, dem Haus des Killers et cetera dominieren kalte Farben als Zeichen der Unfähigkeit (Polizei) oder Ausweglosigkeit (der Opfer). The Chaser ist kein optimistischer Film, will stattdessen lieber die raue Realität mit all seinen kranken Facetten aufzeigen, direkt und ohne Kompromisse. Zu erkennen ist dies auch an den Gewaltszenen, in denen sich der Regisseur in keinster Weise zurücknimmt und so sogar härteren Slashern Konkurrenz macht. Hier werden Fleischerhaken in Körper gerammt, Schädel mit einem Hammer zertrümmert und Menschen bis zur Erschöpfung verprügelt. The Chaser ist kein Film für zart besaitete, aber gerade das wird ihm von einem sicherlich stark verweichlichten Remake abheben.

Darstellerisch glänzt der Film vor allem durch zwei stark aufspielende Hauptcharaktere. Yun-seok Kim überzeugt als Ex-Cop Joong-ho, ein menschliches Arschloch. Ihn interessieren seine Nutten nicht, ihn interessiert nur das Geld. Dementsprechend geht er auch mit ihnen um, gefühlskalt und hart. Auch sein Hilfslude bekommt seine Art regelmäßig zu spüren, muss die Drecksarbeiten erledigen und erntet dafür von seinem Chef nichts als Hohn und Spott. Erst die Begegnung mit der kleinen Tochter der verschwundenen Prostituierten Mi-jin, um die sich Joong-ho widerwillig kümmert, lässt ihn langsam auftauen. Gerade diese Entwicklung des Charakters spielt Yun-seok Kim glaubwürdig, da er den Zuschauern nach und nach in seine verschlossene Figur blicken lässt. Ihm gegenüber steht der Killer Young-min, gespielt von Jung-woo Ha. Young-min ist eine geheimnisvolle Figur, deren überraschende Motive erst nach und nach offenbart werden. Jung-woo Ha spielt den Killer mit einer brillanten Zurückhaltung. Es ist ein kranker Charakter, aus dem Inneren heraus böshaft und besessen nach seiner eigenen Gerechtigkeit. Positiv ist dabei die Tatsache, dass sich Young-min von anderen Filmserienmördern abhebt. Er ist seinen Gegnern intellektuell oder physisch nicht überlegen. Er ist einer von “uns”, ein ganz normaler Mensch. Gerade das macht ihn so bedrohlich.

Mein Fazit:

Mit The Chaser kommt der nächste südkoreanische Hit in unsere Kinos, der sich vor Konkurrenz wie Oldboy nicht verstecken braucht. Regieneuling Hong-jin Na präsentiert einen gewaltvollen, spannenden und visuell durchgestylten Thriller, der die Zuschauer bis zum Ende in seinen Bann zieht. Es sind die einzigartige Atmosphäre und die rigorose Konsequenz, die den Film von seiner Konkurrenz abheben. Wer sich auf den zugegeben harten Stoff einlässt, wird es nicht bereuen.

Wertung: 8,5 von 10 toten Nutten

Post Mortale ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  E-Mail senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Windows Messenger  Nach oben
blackbull
nice guy eddie killer
nice guy eddie killer
Benutzer-Profil anzeigen

Geschlecht: Geschlecht:männlich
Beiträge: 261
Registriert: 19.07.08
Wohnort: Germania
Beitrag#179  08.11.08 - 20:32   Titel:  Antworten mit Zitat

Interessant. Hast dir ja verdammt viel Mühe gegeben bei deinem Review.

_________________
Der Mann aus Texas.
blackbull ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  Nach oben
Post Mortale
superfly tnt
superfly tnt
Benutzer-Profil anzeigen


Beiträge: 223
Registriert: 06.08.07
Beitrag#180  10.11.08 - 20:39   Titel:  Antworten mit Zitat

@ blackbull: Danke

James Bond 007 - Ein Quantum Trost



Daniel Craig spaltete nach seinem ersten Bond-Auftritt in Casino Royale die Filmwelt. Die einen waren begeistert von der neuen, realistischen Art des Franchises und der Abkehr von den inhaltlich gar märchenhaft überstilisierten Filmen als Überbleibsel des schon längst vergangenen Kalten Krieges. Die anderen waren alles andere als zufrieden mit dem neuen Konzept Bond. Zu radikal sei der Schnitt, zu unelegant und unironisch Herr Craig. Ich persönlich empfand noch nicht einmal den neuen Kurswechsel als störend, sondern alleine die Tatsache, dass Casino Royale einfach langweilig war. Die Story war lau, Mads Mikkelsen als Bösewicht blass wie nie und die Darstellung der Liebesgeschichte zwischen 007 und Vesper Lynd naiv. Umso überraschter war ich, dass Quantum Of Solace, gleichzeitig das erste direkte Sequel der Bond-Geschichte, doch so viel richtig macht und seinen Vorgänger um Längen schlägt. Vielleicht brauchten Craig und die Macher einfach nur einen Film, um warm zu werden. Vielleicht brauchte ich als eingefleischter Fan der Serie aber auch nur etwas Zeit, um den Radikalschnitt zu verdauen.

Die Story setzt direkt an Casino Royale an: Nachdem James Bond (Daniel Craig) einen der Drahtzieher hinter Vesper Lynds Ermordung, Mr. White (Jesper Christensen), gefasst hat, wollen er und M (Judi Dench) wichtige Informationen über die Auftraggeber aus ihm herauspressen. Während des Verhörs verhilft aber ein Maulfwurf des MI6 Mr. White zur Flucht. Die Spur führt Bond nach Haiti, wo er zusammen mit der schönen aber knallharten Camille (Olga Kurylenko) den undurchsichtigen Geschäftstmann und Kopf der Organisation “Quantum”, Dominik Greene (Mathieu Almaric), ausfindig macht. Dieser plant im Mitwissen der CIA,, welche die bolivianischen Ölreserven im Blickfeld hat, den Ex-Diktator General Madrano (Joaquin Cosio) wieder zur Macht zu verhelfen. Im Gegenzug dafür will Greene ein scheinbar unbedeutendes Stück Wüste. Als Bond erkennt, dass “Quantum” auch für den Mord an Vesper verantwortlich ist, beginnt seine persönliche Vendetta - zum Missfallen von M. Diese setzt den Doppelnullagenten kurzerhand außer Gefecht. Nun ist 007 auf mächtige Freunde angewiesen, um seine Liebe zu rächen…

Bei aller Kritik, die an Casino Royale aufkam: an den Kinokassen schlug er ein wie eine Bombe. Bei einem geschätzten Budget von 150 Millionen Dollar spielte der Film weltweit knapp 600 Millionen Dollar ein. Dies gab den Produzenten natürlich recht und bedeutete gleichzeitig für Bond 22: höher, schneller und weiter. So bekam Regisseur Marc Forster ein unglaubliches Budget von 225 Millionen Dollar bewilligt, um Quantum Of Solace nicht nur inhaltlich, sondern auch audiovisuell auf eine neue Stufe zu bringen. Dies ist dem deutschen Regisseur auch gelungen. Die Action-Szenen sind auf der Höhe der Zeit und geizen nicht mit dem Einsatz von teuren CGI-Effekten. Das ganze verkommt dabei zum Glück nicht, wie zum Beispiel bei einem Michael Bay üblich, zu einer Computerschlacht. Vielmehr setzt Forster die Effekte dazu ein, die eigentlich auf das Mindeste, dass heisst auf den Ursprung Mann gegen Mann reduzierte Actionkost optisch aufzupeppen. Zu nennen ist hier beispielhaft die schon im Trailer gezeigte Szene, in der Bond und ein Widersacher durch eine Glaskuppel fallen. Einfach traumhaft.

Bond-Filme gehen immer mit der Zeit. Dass das nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch so ist, wird in Quantum Of Solace bestens deutlich. Im letzten Jahr bestach Das Bourne Ultimatum mit Matt Damon alias Jason Bourne durch eigenwillige Schnitte und den exzessiven Einsatz von wackeligen Handkameras. Der Film wurde ein Hit und mit allen drei Technik-Oscars ausgezeichnet. Grund genug also für Regisseur Marc Forster, sich mehr oder weniger frei bei der Konkurrenz zu bedienen. Das mag in der Form zwar fragwürdig sein und uninspiriert sein, doch es funktioniert. So schickt er den britischen Geheimagenten in bester Bourne-Manier über die Dächer kleiner Vorstadtviertel, lässt ihn mit allerlei Hilfsmitteln aus dem alltäglichen Gebrauch gegen Widersacher ankämpfen und setzt ihn auf ein schickes Motorrad, alles eingefangen mit Handkameras und schnellen Cuts, die keine Actioneinstellung länger als eine Sekunde dauern lassen.



Entgegen der meisten Kritiken hat Quantum Of Solace auch inhaltlich einiges zu bieten. Klar, das Franchise hat sich vom Spionagefilm in ein Actionvehikel verwandelt, doch der Plot ist mehr als schmückendes Füllwerk für die Kloppereien und Explosionen. Wie schon weiter oben geschrieben, sind Bond-Filme immer auf der Höhe der Zeit. Ob der Wettlauf in der Raumfahrt oder die Angst vor atomaren Konflikten, die Serie traf immer den Nerv der Zuschauer, was bis heute zu dem ungemeinen Erfolg der Marke 007 beitrug. Der Kalte Krieg ist jedoch längst vorbei und die Menschen in einer Welt nach dem 11. September beschäftigt andere Themen: Terrorismus, Wassernot, Rohstoffhandel, zwielichtige Geheimdienste. All das spricht Bond 22 an. Fast symbolisch ist da die Tatsache, dass auf dem Höhepunkt der Ära Bush und in Zeiten aufgebrauchter Rohölreserven die Amerikaner alles andere als gut wegkommen. Ganz dem weltweiten Image folgend unterstützt der CIA den Putschversuch in Bolivien, um die reichen Ölvorkommen in Südamerika zu sichern. Dass sie dabei auch über Leichen gehen, versteht sich von selbst.

Eine weitere große Steigerung zum ersten Teil ist bei Daniel Craig zu beobachten. So langsam wächst der Brite hinein in seine Rolle, die er mit enormer physischer Präsenz interpretiert. Charmant, witzig, untergeben - all das war Bond früher. Craigs Bond dagegen ist eine harte Drecksau, egoistisch, skrupellos, zynisch, aber auch smart. Da rückt selbst das reihenweise Flachlegen hübscher Bikinibabes in den Hintergrund. Ihm gegenüber steht mit Mathieu Almaric der geborene Bond-Bösewicht. Der Franzose, der zuletzt in Schmetterling Und Taucherglocke glänzte, besitzt eine enorme Leinwandpräsenz und erschafft mit wenig Mimik und Gestik eine gehörige Portion Diabolik. Er ist kein Terrorist, der die ganze Welt per Knopfdruck auslöschen will, sondern ein gewiefter Geschäftsmann, der mit allen Mitteln Geld aus den Menschen pressen will. Gerade aus diesem Realismus zieht die Rolle eine enorme Präsenz. Auch Olga Kurylenko macht als Bondgirl eine gute Figur. Zwar hat sie nicht halb so viel screentime wie ihre Vorgängerin Eva Green, doch schauspielerisch und optisch schlägt sie sie um Längen. Lediglich die Rolle von Gemma Arterton war etwas enttäuschend, kam sie doch auf eine Nettospielzeit von vielleicht 3 Minuten.

Mein Fazit:

Nach dem schwachen Reboot der James Bond-Reihe mit Casino Royale haben die Produzenten aus ihren Fehlern gelernt. Eine interresantere Story, ein besserer Bösewicht, ein hübscheres Bondgirl, dazu eine symbolträchtige Anspielung auf Goldfinger. Daniel Craig reift so langsam in seine Rolle, aus der man mit dem richtigen Drehbuch und dem richtigen Regisseur noch eine Menge rausholen kann.

Wertung: 7,5 von 10 Wodka-Martini

Post Mortale ist zurzeit offline 
Private Nachricht senden  E-Mail senden  Website dieses Benutzers besuchen  Filmsammlung dieses Benutzers ansehen  Windows Messenger  Nach oben
 
Beiträge nach Zeit:   
[quentin-tarantino.de] -> Review-Forum Seite Zurück 1 2 3 ... 11 12 13 ... 36 37 38 Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst in diesem Forum keine Dateien anhängen

  Powered by phpBB © 2001 phpBB Group  Kontakt   FAQ RSS Feed Banner Partner