[REVIEW] Rainy Dog

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Jakob
bad motherfucker
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Beitrag#1  30.05.06 - 21:43  [REVIEW] Rainy Dog Antworten mit Zitat

Gokudô kuroshakai ist der zweite Teil der „Black Society Trilogy“, wie Miike drei seiner frühen Yakuza Filme, „Shinjuku kuroshakai: Chaina mafia sensô“ (Shinjuku Triad Society 1995) und Nihon kuroshakai (Ley lines 2000), wegen ihrer Gemeisamkeit, die Frage um Identität als Hauptthema, nachträglich zusammenfasste.

Der Film handelt von einem japanischen Gokudo aus Japan, Yiyi, der sich Taiwan als Exil suchte und nun als Kopfgeldjäger arbeitet. Von einer ehemailgen Geliebten wird ihm ein stummer Junge vor die Tür gesetzt,

angeblich sein Sohn, den er von nun an versorgen soll. Später verliebt sich der Protagonist in die Prostituierte Lily. Zunächst bietet er ihr Geld um den Jungen mit sich zu nehmen und zu versorgen, doch da sie beide gezwungen sind vor Freunden von eines von Yiyis Opfern zu flüchten, verlieben sie sich und möchten gemeinsam ein neues Leben beginnen.

Ein Gokudo ist ein einzelnes Mitglied der Yakuza, ein Begriff, der sowohl für die gesammte Organisation, als auch für eine einzelne Person verwendet werden kann. Allein diese explizite Bezeichnung des Gokudo weist auf Yiyi als einen Einzelgänger hin.
Zu Beginn des Films sieht man, wie Yiyi einen kaltblütigen Mord von einer gewissen Distanz aus beobachtet. Es ist Nacht. Er beobachtet das Geschehen ungerührt, kein Gedanke an Hilfe. Er zieht an seiner Zigarette, und geht weiter.
Es ist Tag. Yiyi fährt auf seinem Roller durch die verstopften Strassen Taiwans. Er kommt endlich an, stellt sein Gefährt vor einem notdürftig zusammengabauten Bretterverschlag, einer Barracke, ab und bertritt sie. Nun ist er zu hause und im selben Moment beginnt wieder der Regen, welcher zur Jahreszeit Alltag ist. Erst einzelne Tropfen, die beim Aufprall auf Pflanzenblätter gezeigt werden, doch schon bald wandeln sich diese in einen tropenähnlichen Regen. Man sieht nun die Stadt Taiwan, grau und düster, verschleiert durch ein Netz aus Regen.
Bilder voller Poesie, wie man sie aus „Days of being wild“ von Wong Kar-Wai kennt und schätzt. Es zeigt sich hier ein anderer Miike, fernab vom Surrealismus und Extrem seiner späteren Filme. Er wirft einen liebevollen Blick auf seine Charaktere. Viele erscheinen zunächst kalt und gefühllos, doch im Laufe des Films offenbaren sie ihren verletzlichen, eigentlichen Charakter.
Miike zeigt diese Ambivalenz der Persönlichkeiten auch bei eher unbedeutenden Nebenrollen.
Beispielsweise erreicht er dadurch, dass er die ehemalige Geliebte von Yiyi, nachdem sie ihren Sohn bei ihm abgesetzt hat, noch gezeigt wird, wie sie in einem Taxi eilig davonfährt. Man sieht sie weinen, der Abschied geht ihr also nahe und ihr Motiv, was wir zuerst als puren Egoismus verurteilt haben, wird nun in Frage gestellt. Durch diese Szene wandelt sich diese Frau von der klischeebehafteten Geliebten zur Mutter.

Dies ist eine der am meisten unterschätzten Stärken Miikes. Er schafft wirkliche Charaktere, Individuen mit Gefühlen, Ängsten und Wünschen und arbeitet nicht mit ausgelutschten Stereotypen. Die Charaktere in den Filmen Miikes waren schon immer anders. Man beachte nur den weinerlichen Ichi als gefürchteten Killer, oder Azumi, das schüchterne Mädchen aus Ôdishon (Audition 1999), welches sich zur folternden Walküre wandelt.
Ambivalente Charaktere sind das Herzstück von Miikes Filmen und dies zeichnet auch Gokudô kuroshakai aus. Yiyi lehnt seinen Sohn zunächst ab, am Ende des Films würde er sogar sein Leben für ihn opfern.

Mit Gokudô kuroshakai hat Miike einen beeindruckenden Film gedreht.
Auf höchsten Niveau photographiert und in Szene gesetzt, das Ganze mit minimalem Budget.


Quelle: http://lostfilmcomments.blogspot.com/

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derBonobo
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Beitrag#2  12.11.06 - 17:57   Antworten mit Zitat

vor 2 tagen gesehen, ein typischer und ziemlich durchschnittlicher yakuza-film... ein gescheiterter yakuza, der nun ein leben als gefühlskalter killer führt, bis der kleine sohn sein herz erweicht, ist also kein klischee?
derBonobo ist zurzeit offline 
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