[Review] Das Fest

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Max_Cherry
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Beitrag#1  12.06.06 - 14:07  [Review] Das Fest Antworten mit Zitat

Das Fest

Endlich hab ich den ersten "Dogma-Film" von Thomas Vinterberg gesehen. Ein Film, der mit sehr geringem technischen Aufwand und fast ohne Hilfsmittel auskommt. Es gibt im Grunde nur die Kamera und ein Haufen begnadeter Schauspieler.
Das Fest erzählt die Geschichte eines Familienfestes. Es ist der 60ste Geburtstag eines Vaters von 3 Kindern: Seine beiden Söhne und einer Tochter, die Ihre Zwillingsschwester durch Selbstmord verloren hat. An diesem feierlichen Geburtstag triff sich die ganze Sippe um nach traditionellen Vorgaben zu feiern. Doch diese Feier wird durch einen der Söhne gestört, der ein Tabu-Thema aus der Vergangenheit anspricht und damit durch den pseudo-feierlichen Schein des Ereignisses bricht. Dies ist aber nur der Anfang, denn nach und nach entladen sich immer mehr Emotionen und "das Fest" wird zu einer Farce zwischen gekünsteltem Rollenverhalten, in dem alles scheinbar in Ordnung ist und absolutem Chaos und dem Aufzeigen menschlicher Abgründe.

An die wackelingen, dokuartigen Bilder gewöhnt man sich schnell, da die Verantwortlichen trotz der Einschränkungen des Dogma-Abkommens einen hoch künstlerischen Film abgeliefert haben, denn die Kameraführung ist äußerst originell und vermittelt die gewünschten Effekte auch ohne Hochglanz. Ziel des ganzen war es, Filme zu drehen, die durch ihre Geschichte und durch Schauspiel überzeugen und nicht durch die Verpackung. Das gelingt Vinterberg mit "Das Fest" absolut hervorragend. Die Geschichte wirkt sehr authentisch und die Schauspieler leisten Großartiges. Jeder kennt Familienfeiern, auf denen sich alle zusammenreissen müssen, damit man blos höflich bleibt und nach Außen ein möglichst perfektes Bild zeigt. Mit diesem Verhalten rechnet Vinterberg gnadenlos ab und zeigt uns echte Menschen mit echten Probelmen. Nach und nach brökeln die Fassaden und die Familiengeschichte entwickelt sich zu einem harten Schlag in die Magengrube. Hinzu kommt ein gewisses Maß an Gesellschaftssatire, denn die Absurdität mancher Situation wirkt in Ansätzen auch komisch.

Unterm Strich freu ich mich sehr, dass ich dem Film endlich eine Chance gegeben habe, denn es handelt sich hierbei um ein experimentelles Meisterstück, das durch hervoragende Schauspieler und eine bedrückende Atmosphere, die sehr mitreisst, überzeugt. Das Fest ist ein interessanter und innovativer Film, der zeigt, dass man keinen Hollywoodstandard braucht um einen guten Film zu machen.
Nach "Dogville" und "Flickering Lights", der beste dänische Film, den ich gesehen habe. Wird Zeit, dass ich mir die 3 Pusher-Filme ansehe. 8,5/10 mit Tendenz nach oben.

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J4CK
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Beitrag#2  12.06.06 - 17:43   Antworten mit Zitat

dito, fand ihn auch einen der besten dänischen Filme, die je gedreht wurden, wenn nicht sogar in ganz Europa.. Der ist mir wirklich voll reingefahren.

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Zed
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Beitrag#3  12.06.06 - 17:49   Antworten mit Zitat

klingt gut, mal sehen, wo ich mir den mal ausleihen kann. obwohl ich sagen muß, dass ich ja nicht unbedingt der größte fan von dogville bin ...

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Max_Cherry
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Beitrag#4  12.06.06 - 19:39   Antworten mit Zitat

Zitat Zed hat Folgendes geschrieben:
klingt gut, mal sehen, wo ich mir den mal ausleihen kann. obwohl ich sagen muß, dass ich ja nicht unbedingt der größte fan von dogville bin ...


Das ist nicht wichtig, nur musst du halt mit der körnigen Handkamera und den Verzicht auf viele technische Spielereien klar kommen. Ansonsten ist vielleicht nur die Stimmung der Filme ein bischen ähnlich.

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Def Jam
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Beitrag#5  12.06.06 - 19:42   Antworten mit Zitat

hab den Film damals im fernsehen gesehen,war wircklich cool! Vor allem der "Schwarze" der immer null plan gehabt hat,was die anderen labern Lachen
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Gorefetischist
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Beitrag#6  13.06.06 - 14:30   Antworten mit Zitat

Da fällt mir ein, dass ich den noch von der letzten tv-ausstrahlung aufgenommen habe. Sollte ich mal demnächst gucken...

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Max_Cherry
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Beitrag#7  13.12.06 - 01:16   Antworten mit Zitat

"Das Fest" hab ich gerade nochmal gesehen und bin sprachlos. Ein Film, der so schonungslos Hass, Ekel und Entäuschung schürrt und dem Zuschauer dermaßen in die Magengegend boxt kann nur ein Meisterwerk sein.
Man sollte "Das Fest" als Lehrfilm an Hollywood-Produzenten und Regisseure schicken, denn es geht auch anders als einfach unterhaltend. Ein Film, der den Zuschauer ähnlich mitnimmt, wie "Dogville" oder rein von den freigesetzten Emotionen her "Requiem for a dream". Wer dieses Meisterwerk noch nicht kennt, sollte das schnell nachholen. 9,5/10


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Beitrag#8  13.12.06 - 20:13   Antworten mit Zitat

In diesem zug möchte ich noch "Der freie Wille" erwähnen, da wir gerade bei filmen sind, die in die magengrube treffen. Kein film hat mich im kino bis jetzt so stark gefordert wie dieser. Nach einer laufzeit von mehr als 2 1/2 stunden(!) hab ich mich dermaßen mies gefühlt, dass ich nicht mal in der lage war eine bewertung abzugeben.

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EZR
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Beitrag#9  13.12.06 - 21:43   Antworten mit Zitat

Ich hab vor einiger Zeit ein Bericht zu "Der Freie Wille" im TV gesehen. Mir ging es allerdings so auf den Sack, wie der Regisseur über seinen Film gesprochen hat, dass ich überhaupt keine Lust mehr habe den Film zu sehen.
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Max_Cherry
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Beitrag#10  14.12.06 - 03:06   Antworten mit Zitat

Zitat Gorefetischist hat Folgendes geschrieben:
In diesem zug möchte ich noch "Der freie Wille" erwähnen, da wir gerade bei filmen sind, die in die magengrube treffen. Kein film hat mich im kino bis jetzt so stark gefordert wie dieser. Nach einer laufzeit von mehr als 2 1/2 stunden(!) hab ich mich dermaßen mies gefühlt, dass ich nicht mal in der lage war eine bewertung abzugeben.


Sagt mir gar nichts, da mach ich mich mal schlau.


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Gorefetischist
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Beitrag#11  15.12.06 - 14:49   Antworten mit Zitat

Kann ich aber nur den leuten weiterempfehlen, die offen für sperrige und nichtmassenkompatible ware sind.

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