Film(e), Heute gesehen - Seite 61

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Film(e), Heute gesehen

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sebi
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Beitrag#901  10.12.04 - 16:43   Antworten mit Zitat

Jo stimmt, Du hast zu dem Film schon mindestens mal im Schnaeppchenthread etwas gesagt, als es ihn in der TVM oder so gab. Davon werde ich mir sicherlich noch die original DVD kaufen. Allerdings scheint die Ausstattungstechnisch nicht so der brueller zu sein Oh well
Wegen dem Soundtrack, da hatte ich mal auf amazon geschaut und in den Nutzerkommentaren habe ich gelesen, dass da einige Songs fehlen Oh well naja mal schauen, evtl. trotzdem kaufen.


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Chili Palmer
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Beitrag#902  10.12.04 - 23:55   Antworten mit Zitat

Bobby G. - Hexenkessel New York | Trailer | OFDB
Bobby ist ein kleiner Kokain-Pusher und wird viel verprügelt. Als ein Freund ihm von einem Freund erzählt der Freunde hat die Koks kaufen wollen, weswegen dieser Freund von Bobby´s Freund ein Kilo kaufen will um es weiterzuverkaufen, sieht Bobby seine Chance auf´s grosse Geld. Also leiht er sich ein Kilo von einem bösen, schwarzen Mann. Auf dem Weg zur Übergabe verliert er´s...
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Regisseur und Hauptdarsteller John-Luke Montias hat mit diesem Low-Budget-Indie-Film ein nettes Erstlingswerk hingelegt. Die Darsteller, die überwiegend Laien oder Statisten sind, machen ihre Sache gut und auch die Story ist schlüssig und durchdacht (wenn auch nicht sooo originell).
Der Satz "In bester "Taxi Driver" Tradition." auf der DVD-Hülle ist Blödsinn, höchstens einige Parallelen zu "Hexenkessel" sind erkannbar (darum wohl auch der deutsche Zusatz im Titel... Ich hasse diese Marketing-Arschlöcher)
6,5 von 10 kilo Koks.


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RonaldMackDonald
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Beitrag#903  11.12.04 - 12:02   Antworten mit Zitat

Habe letztens das weiße Rauschen gesehen. Ist mit Daniel Brühl und wohl eher als Drama einzuordnen. Naja ich war schon ziemlich blau und konnte ihn dann leider auch nicht zu Ende sehen aber trotzdem hat, dass was ich gesehen habe mir sehr gut gefallen.
Daniel Brühl spielt darin einen Studenten der nach Köln oder Berlin umzieht und mit seiner Schwester die schon länger dort wohnt und nem anderem Typen in eine WG zieht.
Naja am Anfang gehts ihm noch ziemlich gut, man kann sich auch echt in die Rolle hineinversetzen Daniel Brühl spielt diesen Allerweltsstudenten (Schüler) wirklich gut.
Es geht dann weiter darum das er mit den Leuten aus seiner WG ein paar Drogen ausprobiert und dann nachdem er ein paar Pilze genommen hat unter Verfolgungswahn leidet und ziemlich durchdreht, er hört ständig Stimmen undso. Mir hat der Film jedenfalls sehr gut gefallen, deswegen 8/10 Pilzen

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sebi
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Beitrag#904  31.12.04 - 14:58   Antworten mit Zitat

Also gestern habe ich mich mal an Walking Tall versucht. Bisher habe ich etwa 50min davon gesehen. Mir ist die Zeit, um darueber zu schreiben, fast zu schade. Selbst fuer einen Actionfilm ist das bisher alles viel zu oberflaechlich, ganz zu schweigen von einigen absolut laecherlichen Dingen: in nur wenigen Minuten wird eine Gerichtsverhandlung, das sich selbst verteidigen im Gericht, die Aufstellung zum Sheriff, den Sieg der Wahl usw. abgehandelt. Auch die Genesung der Verletzungen, von denen der Typ da vorher fast gestorben waere, sind im Zeitraffer wieder geheilt. Damit meine ich nicht nur, dass die Heilung moeglicherweise schnell ging, nein, sondern auch, dass im Film einfach das Gefuehl fuer Zeit und Raum in Nullzeit vergeht. Einfach schlecht. Schlecht. Grottig.
Also es reicht jetzt erstmal. Ich werde den Muell noch zuende schauen und mal schauen welche neuen Erkenntnisse ich dann gewonnen habe. Bisher unterbietet der Film jedenfalls praktisch alles, was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Ok, die Actionsequenzen gingen einigermassen... aber ohne ein gewisses Mindestmass an Geschichte usw. komme ich einfach nicht klar.


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MickeyKnox
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Beitrag#905  31.12.04 - 15:24   Antworten mit Zitat

Den Film habe ich als er im Kino lief an einem Kinodienstag gesehen da er mir nicht mehr als 4 Euro wert war. Als der Film fertig war ging ich mit gemischten Gefühlen aus dem Kino einerseits hat der Film sich ziemlich gezogen, hatte nicht wirklich viel Story aber andererseits fand und finde ich auch immer noch Dwayne "The Rock" Johnson als Action Darsteller ziemlich gut.
Die Action die dringeblieben sind, der Film wurde im vorraus für ein PG-13 Rating in den USA gecuttet, fand ich ziemlich gut und es gab im 80s Stil aufs Maul was mir ziemlich gefallen hat.

Der Film ist meiner Meinung nach nicht wirklich schlecht, aber richtig gut ist er auch nicht.


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Mr. White
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Beitrag#906  31.12.04 - 15:36   Antworten mit Zitat

Ich hab mir gestern "The Caveman's Valentine" mit Samuel L. Jackson und Colm Feore angesehen.

Für 7,97€ bei Amazon dachte ich, dass man das für die beiden Schauspieler schon zahlen kann!

Naja, eigentlich ging es auch... in der Story geht es um einen Penner (Samuel) der geisteskrank ist. Als er dann eines Tages vor seiner Höhle auf einem Baum eine Leiche findet denkt er, dass ihm das die Person angetan hat, die ihn schon immer verfolgt (=> Schizophrenie). Allerdings kommt er dann doch hinter einen anderen Mann und kommt der Wahrheit immer näher..

Naja, war jetzt echt ne dumme Beschreibung, aber wer was besseres will kann ja zu ofdb.de gehen...

Der Film hat zwar eine gute Story, aber man merkt im Film doch, dass es einige Längen gibt. Ohne diese Längen wäre der Film wirklich gut, denn das Ende ist mal wieder anders als man denkt.
Und die Klavierstücke im Film sind auch super!

Dennoch kann ich mich nur zu einer 6,5/10 durchschlagen!

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Jakob
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Beitrag#907  01.01.05 - 12:58   Antworten mit Zitat




Es ist zwar schon etwas länger her ,dass ich den Film gesehen habe,damals hat er mir jedoch sehr gut gefallen.

Die Story wird ziemlich langsam erzält und wirkt durch die starren Kameraeinstellungen .
Man sollte keinesfalls einen reisserischen Film erwarten.
Wer Fassbinders Filme kennt ,weiss was ich meine.
Es geht ihm um die Charaktere und die langsame Entstehung des inneren Konflikts.Die Dialoge sind in typischer Theater Manier.
Manchmal etwas zu übertrieben und die Schauspieler teilweise zu theatralisch.

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sebi
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Beitrag#908  02.01.05 - 16:35   Antworten mit Zitat

Gestern gesehen: Oldboy (IMDb, OFDb, Offizielle deutsche Website, Bildergalerie).
Zitat DerPate @ OFDb hat Folgendes geschrieben:
Ohne ersichtlichen Grund wird ein Mann mittleren Alters gekidnappt und für 15 Jahre in einem gefängnisähnlichen Raum eingesperrt. Wieder frei ist er nicht nur auf der Suche nach seinen Peinigern, sondern versucht auch noch den Mord an seiner Frau aufzuklären...


Der Plot hoerte sich schon mal interessant an. Ausserdem haben so einige diesen Film sehr gelobt. Nicht zu vergessen, dass ich in diesem Bereich noch einiges zu lernen habe.
Zunaechst dachte ich aber, ich wuerde nun enttaeuscht werden. Zwar bin ich kein richtiger Kenner dieser asiatischen Filme, aber haeufig fiel mir auf, dass mir der Humor nicht sonderlich gefaellt. So auch am Anfang von Oldboy.
Der Hauptcharakter ist am Anfang als besoffener Taugenichts zu sehen, welcher Aufgrund von Poebeleien in Polizeigewahrsam genommen wurde, was in den darauf folgenden Minuten ganz schoen nervig wurde. Andererseits war es relativ realistisch. Erinnerte mich sehr an Kiddies, die zum ersten mal so richtig die Lampe am gluehen haben.
Jedenfalls habe ich gluecklicherweise weitergeschaut, denn dieser Film er ist mit kaum einen anderen zu vergleichen. Moeglicherweise handelt es sich hierbei sogar um ein kleines Meisterwerk. Die musikalische Untermalung koennte besser kaum sein: Mal eher D'n'B, mal eher klassisch, jedenfalls immer gut zur Stimmung passend.
Die Bilder sind teilweise recht ungewoehnlich. Beispielsweise kommt es spaeter zu einen Kampf zwischen einigen Personen, welcher von der Seite gezeigt wird und wobei die Kamera entlang des Gangs aus der eben genannten Perspektive mitfaehrt (quasi "mitscrollt"). Das erinnerte mich Spontan an irgendwelche (Plattform)2D-Computerspiele und habe ich in dieser Form - wenn ueberhaupt - selten gesehen. Ausserdem erscheint das ganze recht Comichaft, da - auch wenn es an einigen Stellen in Oldboy schon mal brutal sein kann - hier mit Blut usw. gespart wurde. Ausserdem kommt die Person mit den Menschenmassen scheinbar spielend klar, bis auf kleinere "Zwischenstops", die fast schon theatralisch dargestellt werden - der fast schon uebermenschlich erscheinende ist also doch verwundbar. Das bezieht sich aber insbesondere auf diesen einen Kampf, denn sonst ist er koerplich zwar zumeist sehr stark, seelisch aber spuert man haeufig sehr deutlich die innere Zerrissenheit. Dieser Gegensatz von Staerke und andererseits unglaublicher Erschoepfung war recht beeindruckend. Der angesprochene Kampf ist eher wie eine Martial-Arts-Vorfuehrung oder als Comic zu betrachten.
Auch bei den Schauspielern gibt es sicherlich nichts zu bemaengeln. Wie schon erwaehnt, macht der Hauptdarsteller glaubhaft, was in seinem Charakter vorgeht. An den anderen Darstellern gibt es auch nichts zu bemaengeln.
Hervorzuheben ist auch die Synchronisation, die sehr ueberdurschnittlich gut gelungen ist. Keineswegs zu vergleichen mit dem einen oder anderen Ringu Film oder den div. Haudrauf-Filmen, die in letzter Zeit auf RTL2 oder Kabel1 gesendet werden.
Die Geschichte selbst ist ausserordentlich gut. Zwar koennte man meinen, es ginge hier ausschliesslich um Racheakte, dessen Zweck alle Mittel heiligt, jedoch ist hier vor allem der Weg das Ziel und die Story oder gar der Film wirkt an keiner Stelle oberflaechlich. Es handelt sich um keine vorgeschobene Geschichte als Sinn zum Zweck - keine Pseudostory. Durchaus tiefsinnig koennte man sagen, denn es wird nicht nur gehandelt, sondern auch oder eher sogar in erster Linie nach dem wieso, weshalb und warum gesucht.
Was dann letztlich die Beantwortung der Fragen betrifft, so konnte man das eine oder andere schon vermuten. Da es aber zwischendurch nicht mehr so offensichtlich war, hatte ich den Gedanken wieder verworfen, so dass ich nicht mit einem "es war der Gaertner"-Effekt konfrontiert wurde. In letzter Zeit habe ich ja bei dem einen oder anderen Film darauf verzichtet, mir gehaltvolle Inhaltsbeschreibungen durchzulesen. Dies ist mir auch in diesem Fall wieder zugute gekommen.

Oldboy erhaelt von mir ganz locker 8,3/10. Ich glaube, dass ich ihn mir noch mehrfach anschauen werde. Ich schliesse danach auch nicht aus, dass ich meine Bewertung nach oben korrigieren werde...

Hier noch bissl spoilerei. Einfach den Text in dem Abschnitt markieren, ihr kennt das ja:
Zitat Arminowitsch @ OFDb hat Folgendes geschrieben:


Mögliche Gedanken zum Film "Old Boy" (SPOILER)

Die Ödipustragödie ist wahrscheinlich eine der fundamentalsten und ältesten Geschichten überhaupt. Die wendungsreiche Sage von Ödipus, der seinen eigenen Vater tötet und das verpönte Verbrechen des Inzests begeht, stellt als frühes Kulturzeugnis die sittliche Verantwortlichkeit des Menschen ernsthaft in Frage und ist deshalb als Beitrag in der Auseinandersetzung mit Schuld und Moral über die Epochen hinweg immer wieder von Künstlern und Philosophen aufgegriffen worden. Freud vermutete gar, dass "vielleicht die Menschheit als Ganzes ihr Schuldbewusstsein, die letzte Quelle von Religion und Sittlichkeit, zu Beginn ihrer Geschichte am Ödipuskomplex erworben hat".

Chanwook Park jedenfalls, als studierter Philosoph greift die Ödipuskonstellation in einer umgekehrten Form (Vater-Tochter statt Mutter-Sohn) mit vertauschten Rollen in seiner geradezu mythologischen Tragödie "Old Boy" auf, um sie im Zusammenhang mit dem Thema Rache zu reflektieren. Schon im brachialen "Sympathy for Mr Vengeance" konnte man Parks Liebe zu jenen schweren Urthemen der Menschheit bewundern. Es ist hier ein existentialistisch-deterministischer Ansatz.
Ein Familienvater wird scheinbar ohne Grund gefangen genommen und für 15 qualvolle Jahre in einer abgeschotteten Zelle eingesperrt. Dem Wahn verfallend erfährt dieser dann nach Monaten vom Mord an seiner Frau - er selbst wird beschuldigt. Wut staut sich über die Jahre danach auf, aber auch ein Sinn, eine Triebkraft für seine weitere Existenz. Nach zahlreichen Selbstmordversuchen beginnt er zu trainieren und ein Loch in die Ziegelwand zu kratzen. Die undefinierte, wahnhafte Rache ist seine Triebfeder und so wird sein Ausbruchversuch bereits eine Metapher für den ganzen Film: Er kratzt und buddelt voller Hoffnung, ohne zu wissen, was dahinter ist: Vielleicht kann er fliehen, aber vielleicht ist er auch im 50. Stock eines Hauses und stürzt sich dann beim Ausbruch in den Tod? Überhaupt arbeitet Park in seinem Werk mit vielen teilweise recht ausgefallenen Metaphern und Symbolen (z.B. die Ameisen oder der Tintenfisch), welche dem Film eine ganz eigene Ästhetik und Faszination verleihen.

Schließlich wird der Gefangene mutwillig herausgelassen und seiner Rache ausgesetzt. Er verliebt sich in eine junge Frau und bekommt spärliche Hinweise von seinem Gegenspieler, um den Rachefeldzug gegen seine Peiniger ausführen zu können. Nur langsam decken sich die Hintergründe und Motive für die Konstellation auf, doch blind vor Rache zieht er seinen Feldzug brutal durch, ohne seine Manipulation zu erkennen. Nach 15 Jahren des Aufstauens und Vereinsamens bleibt für den Mann als Sinn seiner Existenz nur noch die Rache übrig. Das inszeniert Park zuerst auch mit einer geradezu überdeutlichen Geradlinigkeit und einem bitter-trockenen Sarkasmus. Wie ein Stehaufmännchen kämpft der Held tapfer gegen Horden und Horden von Peinigern und Gegnern, um seinem Ziel näher zu kommen - Herrlich gefilmt in einem symbolträchtigen langen Gang, wo die Bewegung nur entlang der Gangachse stattfindet: Gegner kommen von einer Seite ins Bild - er schlägt auf der anderen Seite auf sie ein. Ein ewiges, fast komisches Hin und Her ohne Ende. Was der Sinn seiner Gefangenschaft war, erfährt er aber nicht.

Schließlich schwenkt der Film immer mehr um und es wird ersichtlich, dass der Mann in seiner Rache nur scheinbar frei handelte. Sein Gegenspieler, nach ähnlichen Motiven handelnd, hat ihn von Anfang an manipuliert, seinen Weg vorgegeben und sein Handeln determiniert. Er symbolisiert sozusagen die höhere Macht, die schon in der Ödipussage den ahnungslosen Protagonisten gegen sein Gewissen handeln ließ. Mehr noch - dieser Gegner kultiviert seine eigene persönliche Rache gegen den Protagonisten, die auf ein Trauma aus der Schulzeit zurückgeht, in einer als Kontrapunkt eiskalt kalkulierten und perfektionierten Form.

Nun schafft es der Protagonist zwar, die Motive seines Gegners ans Licht zu bringen, doch sein Rachetrieb läuft immer mehr ins Leere und das ewige "Zahn-um-Zahn" verkommt zu einem leidigen Spiel. Und dabei begeht er fast beiläufig unwissentlich das unverantwortliche Verbrechen: Den Inzest mit der eigenen Tochter, geplant und gelenkt von seinem Gegner, der ihn schlussendlich mit dieser Schuld konfrontiert um seine eigene Genugtuung zu erlangen. Dem Helden bleibt von seiner Rache also nur selbstzerstörerischer Wahn und die bitterliche Konfrontation mit seiner Schuld und seiner Ohnmacht. Rache ist somit nur die Illusion einer Freiheit, Ungerechtigkeit ausgleichen zu können; am Ende richtet sie sich doch gegen den Rächer. Und selbst, wenn sie funktioniert, wie das bei dem Gegenspieler der Fall ist, und die kurze Genugtuung erreicht ist, so muss sie danach mit dem Schuldbewusstsein als moralisch äußerst fragwürdiger Akt gerechtfertigt werden, war sie doch hier auch nur die Projektion der eigenen Versagung auf das Racheopfer, um die Verantwortung für eigene Fehler abzugeben. Nach dem Scheitern bleibt nur die Leere, und es hat keinen Sinn mehr, moralisch quantitativ abzuwägen: "Ob Sandkorn oder Stein - Beide gehen unter im Wasser". Für den Helden ist deshalb am Ende der einzige seelische Ausweg die Verdrängung der traumatischen Erlebnisse ins Unbewusste und das Weiterleben als gebrochener Mann.

Alles in Allem ein toller, intelligenter und philosophischer Rachethriller mit einfallsreicher Ästhetik, der mit dem hohlen, nichtsnutzigen "Kill Bill" trotz gleichen Grundthemas glücklicherweise nichts zu tun hat, insofern den Vergleich mit Tarantino auf dem Filmplakat eigentlich nicht verdient.10/10.


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Beitrag#909  02.01.05 - 16:58   Antworten mit Zitat

Fand den Film wie schon geschrieben wirklich auch sehr gut. Sollte ihn mir wirklich wieder mal ansehen. Hat ihn bisher noch niemand anders gesehen? Wenn nicht seht ihn euch an er ist wirklich zu empfehlen...
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Fox Force Five
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Beitrag#910  02.01.05 - 17:10   Antworten mit Zitat

Hab schon bei der ersten Kritik gedacht, dass er interessant sei, muss mir den mal anschauen, aber momentan ist die Wunschliste anderweitg besetzt und Geld hat man ja schliesslich auch nicht wie Heu Rollende Augen

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Jakob
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Beitrag#911  02.01.05 - 17:16   Antworten mit Zitat

Ich habe mir die Korea dvd von oldboy im August gekauft und ihn auch relativ zügig angesehen.
Vielleicht lag es daran ,dass ich zu viel Gutes von dem Film gehört habe und so meine Erwartungen zu hoch waren.
Für ich mich Oldboy nicht der Hit des Sommers wie für so Viele.
Es ist sicherlich kein schlechter Film:
Er ist spannend ,hat eine straffe Handlung ,keine Längen ,doch das Ende fand ich einfach nur scheisse.
Sich plötzlich wie ein Hund aufzuführen und alles zu tun um Gnade zu erreichen ,obwohl man selbst nur eine minimale Schuld an dem Geschehenen hat ,wenn man das überhaupt als Schuld ansehen kann.
Nee,echt nicht mein Film

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Beitrag#912  02.01.05 - 17:34   Antworten mit Zitat

Anfang und Ende waren leider bissl uebertrieben, ja.

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Beitrag#913  02.01.05 - 19:49   Antworten mit Zitat

Ach Jakob, wenn du schon von dem guten, alten Asia sprichst: Hast du dir "Audition" nun angesehen? Wie fandest du ihn?

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Beitrag#914  02.01.05 - 20:02   Antworten mit Zitat

Oh shit.
Habe Dir ja ganz vergessen zu schreiben.
Sorry ,habe den Film immer noch nicht gesehen ,obwohl er seit August bei mir im Regal steht Smile.
Wird sofort nachgeholt.
Entweder kommt meine Kritik noch heute Abend oder morgen früh.

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Max_Cherry
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Beitrag#915  02.01.05 - 20:28   Antworten mit Zitat

Habe Old Boy auch vor ein paar Wochen gesehen. Fand ihn auch nicht so gut, wie ich erwartet hätte. Visuell ist er sehr interessant, auch die Darsteller machen ihre Sache sehr gut, aber irgendwie fehlte mir bei dem Film das gewisse Etwas, dass ihn zum Meilenstein machen sollte. Vielleicht ändert sich das noch nach mehrmaligem Ansehen. Bisher "nur" 7,5/10

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